HAMBURGER MENETEKEL

Zukunftslabor Altona: Antibiotikaresistenz

 

Einer breiten Öffentlichkeit ist die Problematik kaum bekannt: Wir stehen offenbar kurz vor einer Ära, in der antibiotikaresistente Keime zur weltweiten Todesursache Nr. 1 werden. Erst Anfang 2019 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO multiresistente Keime zu einer der größten globalen Gesundheitsgefahren erklärt. Medizinische Versorgung und industrialisierte Tierhaltung verwenden Antibiotika, als gäbe es kein Morgen. Neue Mittel werden nicht oder nur langsam entwickelt, da in der Welt der Pharmakonzerne die Sorge um Profite größer ist, als die, um Menschenleben.

 

Die Zeichen der Zukunft stellen viele Fragen an uns: Wie kann eine Medizin aussehen, in der mit Antibiotika viel sorgsamer gehaushaltet wird, als es jetzt der Fall ist und wie wird das unser Leben verändern? Wie wird es die Medizin verändern, wenn es nur noch begrenzten oder gar keinen Schutz mehr vor lebensgefährlichen Bakterien gibt? Welcher Wandel ist nötig, um die Krise abzuwenden oder zumindest abzumildern? 


Die Expertin

Dr. Irene Poczka studierte Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, war von 2013 bis 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Uni Tübingen, für die Bearbeitung des Teilprojekts »Wissenschaftliche evidence und Präventionsentscheidungen im digitalen Zeitalter: Die HPV-Schutzimpfung« innerhalb des Forschungsverbundsprojekts »Präventionsentscheidungen: Die Interaktion von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik bei der Begründung und Umsetzung staatlicher Präventionsprogramme für Kinder und Jugendliche«, und ist seit September 2015 Bearbeiterin des Teilprojekts »Resistente Mikroben: Die Bedrohung und Neuordnung der Medizinischen Ordnung durch Antibiotikaresistenzen seit den 1990er Jahren« im Forschungscluster »Bedrohte Ordnungen«.

 

Die Performer*innen

Benjamin Blohm, Joelle Koelle