HAMBURGER MENETEKEL

Ein futurologischer kongress

Von Ron Zimmering & Graffitimuseum

Rembrandts Gemälde Das Gastmahl des Belsazar von 1635 / Lizenz: CreativeCommons by-sa-2.0-de

Babylon, 543 vor unserer Zeit: Die Perser stehen vor den Toren der Stadt, doch Babylon gilt als uneinnehmbar. Im Palast des Herrschers Belsazar wird gefeiert. Da erscheint auf der Wand ein rätselhafter Schriftzug: MENE MENE TEKEL UPHARSIN. Keiner der Schriftgelehrten kann oder will den Spruch deuten. Erst der aus dem Gefängnis herbeigebrachte Jude Daniel sagt anhand dieser Schrift den Untergang des babylonischen Reiches voraus. Noch in derselben Nacht dringen persische Soldaten in die Stadt ein und das babylonische Weltreich zerfällt. 

 

Hamburg, 2018: Straßenmöbel, Rollläden, Transportmittel und Wände der Stadt sind dicht beschrieben. Auch heute scheint niemand die Zeichen deuten zu wollen oder zu können. Im Gegenteil: 600 Millionen Euro werden jährlich ausgegeben, um sie zu entfernen. Was, wenn die Graffiti auf unseren Wänden die Menetekel von heute sind? Was, wenn sich anhand dieser Zeichen Aussagen über unsere Zukunft treffen lassen?

 

Im Herbst 2018 beginnt mit dem Projekt HAMBURGER MENETEKEL eine breitangelegte Forschungsarbeit zur Zukunft der Stadt Hamburg: In einer ersten Phase werden Schüler*innen aus allen sieben Stadtbezirken die Zeichen an den Hamburger Wänden lesen und deuten. Die daraus abgeleiteten Zukunftsprognosen werden sie auf einer Pressekonferenz im SchauSpielHaus am 22. Februar 2019 vorstellen. Auf einem futurologischen Kongress im Mai 2019 werden sie gemeinsam mit Expert*innen verschiedener Wissenszweige die durch die Prognosen aufgeworfenen Zukunftsfragen diskutieren.